Jahrelang war der Running Gag: KI kann alles malen — nur keine Buchstaben. Poster mit wirren Überschriften. Visitenkarten mit Fantasienamen. Infografiken wie Wingdings.
Bei GPT Image 2 ist der Witz meist vorbei — nicht immer. Manche Muster scheitern noch, andere sind beim ersten oder zweiten Versuch release-tauglich. Dieser Beitrag sortiert: was geht, was nicht.
Kurz: warum Text im Bild schwer war
Ältere Modelle wie DALL·E 3 und Midjourney lernten Buchstaben als Formen, nicht als Bedeutung. Sie malten etwas Buchstabiges statt Wörter.
GPT Image 2 ist anders trainiert: stärkeres Verständnis für Glyphen, Rechtschreibung und echte Layouts. Keine Magie — aber kurze, klare Textanweisungen ergeben jetzt echten Text.
Was zuverlässig klappt
Muster, die wir oft beim ersten oder zweiten Versuch sehen:
Kurze Headlines. 4–12 Wörter. Kinoplakate, Flyer, Leuchtreklame, Ladenschilder. “Summer Sale — 30% Off” oder “Now Open” kommen fast immer lesbar.
Zweizeiler. Große Überschrift + kleinere Subline — klassisches Poster. Beides klar nennen, das Modell baut die Hierarchie mit.
Mehrsprachiger Text. Stärke von GPT Image 2: Chinesisch 新年快乐, Japanisch 春の桜, Koreanisch 환영합니다, Arabisch مرحبا — oft korrekt neben Englisch. Viele andere Modelle scheitern hier komplett.
Beschriftete Diagramme. „Schritt 1 / 2 / 3“, einfache Balken mit Achsenbeschriftung, Anatomie mit Pfeilen — lesbar und am richtigen Ort.
Stilisierte Typo. Neon vintage, handbemaltes Café-Schild, Arcade-Pixel, Comic-Sprechblase — Stil klar beschreiben, das Modell trifft ihn oft.
Was noch scheitert (ehrlich)
Absätze. Über ~40 Wörter im Bild wird es matschig. Bildunterschrift außerhalb oder zwei Generatoren kombinieren.
Winzig kleiner Text. Seriennummern, Kleingedrucktes — oft Buchstabengerüttel.
Exakte Markenlogos. Ein Logo ja — dein Markenzeichen pixelgenau eher nicht. Logo referenzieren oder nachträgst einfügen.
Große Tabellen. Drei Zeilen ok, fünfzehn nicht — Zellausrichtung bricht.
Zahlen in dichten Layouts. Börsencharts, Finanztabellen — Fehlerquote steigt. Lieber sauberen Hintergrund generieren und Chart in Design-Software.
Prompt-Muster, die wir immer wieder nutzen
Muster 1: Exakte Wörter in Anführungszeichen
Immer wörtlich in Quotes — nicht paraphrasieren.
Vintage-Diner-Schild an Ketten, "OPEN 24 HOURS" in roter Neon-Schrift, nächtliche Straße, leichter Regen auf dem Asphalt.
Muster 2: Position für Layouts
Oben, Mitte, unten, unten rechts — das Modell hält das fast immer ein.
Filmplakat, Titel "Journey to the Stars" oben in fetter weißer Serif, Untertitel "Coming Summer 2026" unten, zentraler Astronaut unter Galaxien.
Muster 3: Sprache bei Mehrsprachigkeit
Sprache benennen — passende Glyphen und Stil.
Neujahrskarte, große rote Kalligraphie "新年快乐" mittig, kleiner englischer Untertitel "Happy New Year" darunter in Gold, Pflaumenblüten-Hintergrund.
Muster 4: Typo-Stil wie Objekt
„Vintage handgemalt“, „scharfes Tech-Sans“, „Art Deco metallisch“, „Neonröhre“, „Arcade-Pixel“.
Konferenz-Badge, Name "Sarah Chen" in cleanem Sans-Serif in Großbuchstaben, Rolle "Senior Designer" darunter kursiv kleiner, Navy/Weiß, minimalistisch.
Muster 5: Bearbeiten statt neu generieren
Layout passt, ein Wort falsch? Edit-Tool: Bereich markieren und korrigieren.
Wo das den Alltag ändert
- Social-Teams springen nicht für jeden Post zu Canva.
- E-Commerce baut lokalisierte Ads — gleiches Produkt, zwölf Sprachen — in Minuten.
- Creator:innen — Manga-Sprechblasen, Folien mit Titeldiagrammen, lesbare Thumbnails.
- Lokalisierung sieht Kampagnen-Layouts vor dem teuren Redesign in vielen Märkten.
Auf einem echten Bild ausprobieren
Nimm ein Thumbnail, Banner oder Flyer, den du sowieso brauchst — imagesv2 Playground, Muster von oben. Nach zwei, drei Runden weißt du, wo GPT Image 2 in deinen Workflow passt.
Ohne Risiko: 1.000 Credits für 14,90 $ reichen für viele Experimente. Kein Abo, Credits verfallen nicht.
